Da ich ein Knabe
war...
An die Parzen
Nur Einen Sommer gönnt...
Menschenbeifall
Ist nicht heilig mein Herz...
Hyperions Schicksalslied
Ihr wandelt droben im Licht...
Der Abschied
Trennen wollten wir uns...
Abendphantasie
Vor seiner Hütte ruhig im Schatten ...
Hälfte des Lebens
Mit gelben Birnen hänget...
An mich selbst
Lern im Leben die Kunst...
Wurzel alles Übels
Einig zu sein, ist göttlich und gut...
Guter Rat
Hast du Verstand und ein Herz...
Advokatus Diaboli
Tief im Herzen haß ich...
Friedrich Hölderlin 20.3.1770, Lauffen/Neckar - 7.6.1843, Tübingen. Der Abschied
Trennen wollten wir uns? wähnten es gut und klug? Da wirs taten, warum schröckte, wie Mord, die Tat? Ach! wir kennen uns wenig, Denn es waltet ein Gott in uns.
Den verraten? ach ihn, welcher uns alles erst, Sinn und Leben erschuf, ihn, den beseelenden Schutzgott unserer Liebe, Dies, dies Eine vermag ich nicht.
Aber anderen Fehl denket der Weltsinn sich, Andern ehernen Dienst übt er und anders Recht, Und es listet die Seele Tag für Tag der Gebrauch uns ab.
Wohl! ich wußt es zuvor. Seit die gewurzelte Ungestalte, die Furcht Götter und Menschen trennt, Muß, mit Blut sie zu sühnen, Muß der Liebenden Herz vergehn.
Laß mich schweigen! o laß nimmer von nun an mich Dieses Tödliche sehn, daß ich im Frieden doch Hin ins Einsame ziehe, Und noch unser der Abschied sei!
Reich die Schale mir selbst, daß ich des rettenden Heilgen Giftes genug, daß ich des Lethetranks Mit dir trinke, daß alles, Haß und Liebe, vergessen sei!
Hingehn will ich. Vielleicht seh ich in langer Zeit Diotima! dich hier. Aber verblutet ist Dann das Wünschen und friedlich Gleich den Seligen, fremde gehn
Wir umher, ein Gespräch führet uns ab und auf, Sinnend, zögernd, doch itzt mahnt die Vergessenen Hier die Stelle des Abschieds, Es erwarmet ein Herz in uns,
Staunend seh ich dich an, Stimmen und süßen Sang, Wie aus voriger Zeit, hör ich und Saitenspiel, Und die Lilie duftet Golden über dem Bach uns auf. Advokatus Diaboli Tief im Herzen haß ich den Troß der Despoten und Pfaffen, Guter Rat Hast du Verstand und ein Herz, so zeige nur eines von beiden, Wurzel alles Übels Einig zu sein, ist göttlich und gut; woher ist die Sucht denn
An mich selbst Lern im Leben die Kunst, im Kunstwerk lerne das Leben,
Hälfte des Lebens
Mit gelben Birnen hänget Weh mir, wo nehm ich, wenn
Abendphantasie Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt Wohl kehren itzt die Schiffer zum Hafen auch, Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf; In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb und Leid! - Komm du nun, sanfter Schlummer! zu viel begehrt Hyperions Schicksalslied
Ihr wandelt droben im Licht Schicksallos, wie der schlafende Doch uns ist gegeben, Menschenbeifall
Ist nicht heilig mein Herz, schöneren Lebens voll, Ach! der Menge gefällt, was auf den Marktplatz taugt, An die Parzen
Nur Einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen! Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Da ich ein Knabe war, Und wie du das Herz So hast du mein Herz erfreut, O all ihr treuen Zwar damals rief ich noch nicht Doch kannt ich euch besser, Mich erzog der Wohllaut Im Arme der Götter wuchs ich groß.
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